PRAXISTEST · PROMPTING

Was bringt ein Prompt-Generator? Typen, Nutzen & Alternativen

Ein guter Prompt darf kurz sein. Entscheidend ist, dass er präzise ist.

Das hat der Praxistest im Artikel „Präzision schlägt Länge“ gezeigt. Und auch, dass sich gute Prompts mit etwas Übung problemlos selbst erstellen lassen.

Die eigentliche FrageWofür brauche ich einen Prompt-Generator?
01Wo kann ein Generator unterstützen?02Drei Generatoren, eine Aufgabe03Was zeigt der Praxistest?04Was bleibt als Fazit?
VOR DER TOOLWAHL

Wofür brauche ich einen Prompt-Generator?

Drei Einsatzbereiche sind naheliegend:

01

Strukturieren

Aus einer groben Aufgabenbeschreibung kann ein Generator einen strukturierten Prompt entwickeln und dabei beispielsweise Rolle, Aufgabe, Zielgruppe und Ausgabeformat berücksichtigen.

02

Prüfen und verbessern

Ein vorhandener Prompt kann auf fehlende Informationen, unklare Vorgaben oder mögliche Verbesserungen geprüft werden.

03

Zeit sparen

Bei komplexen oder wiederkehrenden Aufgaben kann eine vorgegebene Struktur schneller sein, als einen Prompt jedes Mal selbst von Grund auf zu entwickeln.

Aber funktioniert das auch in der Praxis? Genau das wurde mit drei kostenlosen Prompt-Generatoren getestet.
DER PRAXISTEST
3Generatoren. Eine identische Ausgangsaufgabe.

Drei Generatoren, eine Aufgabe

Für einen kurzen Praxistest wurden drei kostenlose Prompt-Generatoren ausgewählt: Promptrace, PromptMake und Prompt Cowboy.

Alle drei bekamen exakt dieselbe Ausgangsaufgabe. Getestet wurde bewusst nur die Prompt-Erstellung.

Ausgangsaufgabe für alle drei Tools

Ich möchte einen Website-Text darauf prüfen, ob er eine konkrete Kundenfrage ausreichend beantwortet. Dabei soll die KI feststellen, welche Informationen vorhanden sind, welche fehlen und welche Aussagen zu ungenau oder mehrdeutig sind. Gleichzeitig soll sie berücksichtigen, ob der Text für klassische Suchmaschinen und für KI-Suchsysteme geeignet ist.

Entscheidend war: Was macht das Tool aus derselben Aufgabenbeschreibung?

01 · PROMPTRACE

Aus der Aufgabe wird etwas anderes.

Was wurde verlangt?

Eine Analyse eines Website-Texts im Hinblick auf eine konkrete Kundenfrage, inklusive fehlender und unklarer Informationen sowie SEO- und KI-Suche.

Was wurde daraus?

Unter anderem eine Rolle als Research Analyst, eine Zusammenfassung für einen Kunden, eine einzeilige Headline, fünf Key Findings und unterstützende Zahlen.

Das Problem: Die ursprüngliche Aufgabe war keine Zusammenfassung. Auch Zahlen waren überhaupt nicht Bestandteil der Aufgabenstellung. Promptrace hat Anforderungen und Inhalte hinzugefügt, die nie Teil der Aufgabe waren.
02 · PROMPTMAKE

Zusätzliche Anforderungen ohne Grundlage.

Erzeugter Prompt · Ausschnitt
„Als Rechtsanwalt für IT-Recht und Datenschutz: Überprüfung, ob der vorhandene Website-Text eine konkrete Kundenfrage vollständig und rechtssicher beantwortet.“
Auch hier: PromptMake nimmt eine Rolle und Anforderungen auf, die in der ursprünglichen Aufgabe nicht vorkamen – unter anderem rechtliche Prüfungen wie Impressum, Datenschutzerklärung und Vertragsbedingungen.
03 · PROMPT COWBOY

Am nächsten an der gestellten Aufgabe.

Was wurde sinnvoll ergänzt?
  • eine passende Rolle als Content-Auditor
  • konkrete Eingaben für Kundenfrage und Website-Text
  • Kriterien für vorhandene, fehlende und unklare Informationen
  • eine getrennte Betrachtung von klassischer Suche und KI-Suche
  • Anforderungen an Belege und Textstellen
  • ein abschließendes Gesamturteil

Hier ist der zusätzliche Strukturierungsaufwand tatsächlich hilfreich.

WAS ZEIGT DER TEST?

Ein Generator kann Arbeit abnehmen. Er kann aber auch neue Arbeit erzeugen.

Jeder erzeugte Prompt muss kontrolliert werden.

01

Richtig verstanden?

Wurde die eigentliche Aufgabe richtig erfasst?

02

Sinnvoll ergänzt?

Wurden Informationen ergänzt, die für die Aufgabe tatsächlich hilfreich sind?

03

Ungewollt verändert?

Sind Anforderungen hinzugekommen, die gar nicht gewünscht waren?

Ein längerer Prompt ist nicht automatisch ein besserer Prompt. Entscheidend ist, ob die Vorgaben für die konkrete Aufgabe sinnvoll sind.
DIE RICHTIGE TOOLWAHL

Bevor man ein Tool nutzt, sollte man prüfen, was der jeweilige Generator tatsächlich leistet.

AUSWAHL 01

Prompt prüfen

Für die Prüfung eines fertigen Prompts braucht man ein anderes Tool als für die Entwicklung eines komplett neuen Prompts.

WichtigFunktion und Einsatzbereich müssen zusammenpassen.
AUSWAHL 02

Prompt entwickeln

Ein Generator kann sinnvoll sein, wenn aus einer groben Aufgabenbeschreibung ein strukturierter Prompt mit passenden Vorgaben entstehen soll.

WichtigDie Ergänzungen müssen fachlich und aufgabenbezogen bleiben.
AUSWAHL 03

Individuelle Analyse

Ein Tool, das vor allem fertige Vorlagen erzeugt, hilft bei einer individuellen Analyseaufgabe wenig.

WichtigNicht jeder Generator passt zu jeder Aufgabe.
FAZIT

Nicht jeder Prompt-Generator ist für jede Aufgabe geeignet.

Wenn klar ist, was die KI tun soll, und alle weiteren Parameter bekannt sind, kann man den Prompt meist selbst formulieren.

Die Kernfrage bleibt: Brauche ich einen Prompt-Generator?
Entscheidend ist, ob das ausgewählte Tool genau das leistet, was man gerade braucht.

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